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  • Gabriele Bryant

Zur Qualität der Schweizer Hotellerie oder: «Woanders ist nicht alles besser»


Weil die Schweizer Hotellerie – auch aus dem eigenen Land und mitunter auch aus den eigenen Reihen – oft Qualitätskritik erhält, möchte ich dieses «Reisetagebuch» von Hotelier Jan Stiller aus dem Lenkerhof hier (mit Erlaubnis) veröffentlichen. Es zeigt ganz deutlich, dass die Dinge anderswo nicht automatisch besser sind und vor allem, dass die Hotellerie hier in der Schweiz auf einem sehr hohen Niveau arbeitet. Fast zu hoch für eine effektive Kosten-Nutzen-Rechnung (wenn es doch anscheinend auch deutlich anders geht) – was meinen Sie?   

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Hier also der Reisebericht von Herr Stiller: 

«Hier mein Hoteltagebuch über 25 Tage in kanadischen und US-amerikanischen Drei- bis Fünf-Stern Hotels von Sheraton bis Fairmont (über den technischen Zustand und Unterhalt schreibe ich übrigens bewusst wenig). 


1. Wasser im Zimmer 

kostet zwischen Fr. 6-12 für einen halben Liter (einmal war es gratis, Danke ans AC Hotel Ottawa!)

2. Taxen, Steuer und teilweise Resort-Abgaben 

sind immer exklusiv. Also kommen zu jeder Hotelübernachtung noch einmal Fr. 35-60 dazu.

3. Nachhaltigkeit

Alle Zimmer werden für zwei Personen vorbereitet. Obwohl überall auf die Nachhaltigkeit hingewiesen wird.

4. Internet inklusive 

reicht nur für Emails. Schnellere Geschwindigkeiten kosten zwischen Fr. 8-15 pro Tag, wobei das gratis Internet bei Starbucks und McDonalds schneller ist. Einmal Hotel hatte gar kein Internet...


5. Frühstück 

war in einem einzigen 5 Sterne Hotel inklusive. Allerdings nur bis 9 Uhr. In allen anderen Häusern kostete das Frühstück zwischen 25-50 Franken für Rührei, Speck und Würstchen... mit dem freundlichen Hinweis, dass Service not included ist und 15% Trinkgeld erwartet wird... 


6. Parking 

ist nirgends kostenfrei. sondern kostet zwischen Fr. 20-58 pro Tag. Das heisst manchmal auch "nicht über Nacht", denn das sind ja dann zwei Tage. Also muss man bei einer Übernachtung manchmal für zwei Tage Parkgebühren zahlen. 

7. Bettmümpfeli

Gab es nirgends, nur an Halloween im Lowes Hotel Montreal.

8. Duschvorhänge Von 15 Hotels hatten zwei Häuser keine Duschvorhänge mehr (Lowes und William Grey in Montreal).

9. Baustellen Baustelle vor dem Hotel und der Abbruch von der Nachtschicht wird morgens zwischen 6 und 8 Uhr in Mulden gekippt... leider gab es dazu keine Info bei der Buchung.

10. Slippers Slippers gab es keine, weder im Wellnesshotel noch im Fünf Sterne Hotel. 

11. Gepäck Service gibt es auch nicht. Einmal wurde mit der Gepäck Service gegen Gebühr angeboten.

12. Heizung 

Ein Hotel konnte entweder heizen oder kühlen, aber nicht beides. Dann waren es im Zimmer 27 Grad, die Lösung war, das Fenster offen zu lassen – im Erdgeschoss in Detroit (Hebel- und Kratzspuren von aussen inklusive). Also besser nicht öffnen oder nicht schlafen. Zusätzlich war die Lüftung gleich neben dem Fenster: 68 Dezibel bei offenem Fenster, 62 DB bei geschlossenem Fenster.

13. Boden Zwei Hotelzimmer hatten einen Parkettboden (Loews und William Gray), alle anderen hatten Teppich, der älter war als ich.

14. Housekeeping Viermal wurde mein Zimmer erst gar nicht gemacht. In einem Hotel liess die Gouvernante ihren Generalpass in meinem Zimmer liegen und konnte sich glücklich schätzen, dass ich sie im halben Hotel gesucht habe, um ihr den Schlüssel zurück zu geben.

15. Fitnessräume Fitnessräume haben alle Hotels – mit einer Ratio von 4-8 Geräten bei bis zu 600 Zimmern...

So was heisst das jetzt? Ich hatte tolle Ferien und ich freue mich wieder auf die Schweizer Qualität in Hotels. War jetzt alles schlecht? Nein, ganz und gar nicht, aber es hat mir gezeigt, dass wir in der Schweiz unter erschwerten Bedingungen Höchstleistungen erbringen und die Schweizer Hotels in der Königsklasse spielen! Ich freue mich auf den Lenkerhof....!»

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