blumbryant gmbh

Postfach 258, 4601 Olten

©2019 by blumbryant gmbh

Impressum    Datenschutz

  • Gabriele Bryant

Facebook oder Instagram – Gemeinsamkeiten und Unterschiede.

Aktualisiert: 17. Mai 2019

(Dieser Artikel erschien in gekürzter Form ebenfalls bei marmite professional, April 2019, Autorin Gabriele Bryant)


Facebook oder Instagram oder gar beides!?

«Wir haben ja schon Facebook. Brauchen wir denn auch Instagram?» fragen viele meiner Workshop-Teilnehmer. Meine Antwort ist fast immer «Ja!» Bilder sind die Online-Währung, mit der Sie sich Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit kaufen können. Das bedeutet, dass auch Instagram als Bildplattform für Sie eine sehr wichtige zusätzliche Marketingpräsenz sein kann.


Beziehung versus schneller «Gluscht»

Facebook dient als Social Media Marketing-Plattform vor allem dazu, gefunden zu werden, Beziehungen aufzubauen und zu pflegen und auf dieser Grundlage der Community auch niederschwellige, relevante und spezifische Angebote verkaufen zu können. Instagram ist dagegen eher eine Art Fast-Food-Plattform, wo man über entsprechende Bilder schnell den Appetit und den «Gluscht» weckt – was sich durchaus auch in konkreten Buchungen oder Reservierungen niederschlagen kann. Das Eine kann das Andere auf keinen Fall ersetzen, sondern beide Kanäle sollen sich ergänzen.


Ältere versus jüngere Zielgruppen

Während Facebook immer noch sehr stark ist und vor allem im Bereich der mittelalten bis älteren Gäste weiterhin zulegt, ist Instagram eher eine Plattform der etwas jüngeren Generationen. Nicht ganz so jung wie die Nutzer von Snapchat oder Tiktok, aber doch eher am schnellen Konsum interessiert und weniger am Austausch, am Lesen oder Recherchieren. Diese unterschiedlichen Ansprüche machen sich vor allem dann bemerkbar, wenn automatisiert von Instagram auf Facebook gepostet oder via Facebook Werbung auf Instagram geschaltet wird.


Bilder versus Geschichten

Auf Instagram müssen Bilder für sich sprechen können, auf Facebook sollten sie Teil einer Geschichte sein. Die Bildmotive sind jedoch sehr ähnlich, angefangen beim «Foodporn: Appetitliche Bilder gluschtiger Gaumengenüsse, am liebsten mit leicht sündhaftem Charakter – Müsli findet beispielsweise meist weniger Anklang als ein Steak Tartare. Je nach Betrieb bietet sich aber nicht nur das Essen als Motiv, sondern Sie können auch mit anderen Motiven punkten: Landschaft, Wetter, Interior Design, etc. Schauen Sie sich um und entdecken Sie Ihre Schokoladenseiten!


Wichtig dabei ist weniger, ob Ihre Bilder professionelle Qualität haben – das ist auf beiden Plattformen eher ein Manko, da es die Assoziation «Werbung» weckt. Sondern, dass Ihre Bilder Emotionen wecken, dass sie authentisch sind und qualitativ gut in punkto Belichtung, Farben und Winkel. Dazu brauchen Sie keinen Fotografen, das lässt sich abschauen, lernen und üben. Auf gekaufte «Stock-Fotos» sollten Sie in jedem Fall verzichten, denn im Storytelling funktionieren nur authentische Inhalte.

Ein wichtiger Unterschied: Instagram ist pures «Eye Candy» für den schnellen Konsum – d.h. Ihre Bilder sollten auf die eine oder andere Art schön sein. Umbau-Fotoreportagen mit eher hässlichen Bevor-Motiven sind auf Facebook besser aufgehoben. Verzichten Sie auch auf vertikale Flyer oder ähnliche Formate, die einfach nicht in das quadratische Instagram-Format passen. Wenn sie «schön» genug sind, schneiden Sie sie passend zu, sonst nutzen Sie sie für Ihr Facebook-Storytelling.


Beide Kanäle erlauben «live» Storytelling – z.B. Facebook live Videos oder Instagram Stories, die sich aus Fotos und/oder Videos zusammensetzen.

Beide Plattformen setzen übrigens einen Algorithmus ein, der definiert, welche Beiträge welchen und wie vielen Nutzern angezeigt werden. So sieht jeder Nutzer andere Beiträge in seinem individuellen Feed. Kriterien sind dabei unter anderem die Interessen und Interaktionen des Nutzers, die Aktualität des Beitrags und die Häufigkeit und Dauer der Instagram-Nutzung.


Kurze oder lange Videos

Während Facebook den Upload auch von langen Videos erlaubt (diese aber zumeist von den Nutzern nicht angeschaut werden), sind Videos auf Instagram auf eine maximale Länge von 60 Sekunden beschränkt. Wer längere Videos auf Instagram stellen möchte, kann den neuen IGTV-Kanal (Instagram TV) nutzen. Dort können Videos im Vertikalformat von bis zu 10 Minuten Länge (bis zu 60 Minuten für grosse oder verifizierte Accounts).


Englisch versus Deutsch

Auf Facebook besteht Ihre Community meist aus regional Interessierten und bestehenden oder potentiellen Gästen aus den Ländern Ihrer Zielgruppen. Danach richtet sich Ihre Sprache auf Facebook. Instagram ist dagegen eine sehr internationale Plattform. Ihre Community wird ab einer gewissen Grösse meist auch viele internationale Abonnenten aufweisen, die über Hashtags auf Sie gestossen sind und Ihr Profil aus den unterschiedlichsten Gründen abonniert haben. Je nach Betrieb und Zielgruppe kann es daher sinnvoll sein, auf Instagram englisch zu schreiben und auch viele Hashtags werden eher englisch als deutsch eingesetzt. Worauf Sie auf jeden Fall verzichten sollten, ist Mundart. Diese wird auf Instagram nicht geschätzt, nicht gesucht, nicht gefunden und meist auch nicht verstanden.


Hashtags auf Instagram

Hashtags sind für Instagram so etwas wie Keywords für Ihre Suchmaschinen-optimierung. Sie sollten sich Zeit nehmen für eine fundierte Recherche und sich eine Liste anlegen mit den Hashtags, die am besten zu Ihnen, Ihrer Marke, Ihrer Location, Ihren Angeboten und den Interessen Ihrer Zielgruppen passen. Sie können bis zu 30 Hashtags pro Beitrag einsetzen und Studien zeigen, dass Beiträge mit zwischen 20 und 25 Hashtags die besten Ergebnisse erzielen. Mischen Sie aus beliebten und sehr spezifischen Hashtags, um sowohl quantitative Reichweite als auch qualitatives Engagement zu erreichen. Auf Facebook können Hashtags dagegen höchstens optische Signale setzen, sie werden von den Fans nicht genutzt oder gelesen.

Denken Sie auch daran, die 160 Zeichen, die Ihnen für Ihre Instagram-Selbstbeschreibung zur Verfügung stehen, sinnvoll zu nutzen: Beschreiben Sie sich in aller Kürze, verlinken Sie Ihre Webseite und denken Sie auch hier an die wichtigsten Hashtags für Ihre Marke.


Automatisiertes versus differenziertes Storytelling

Instagram-Beiträge können automatisiert auch auf Facebook veröffentlicht werden, das erleichtert die Redaktionsplanung und das Storytelling im Alltag. Dabei sollte aber darauf geachtet werden, dass die Ansprüche der Nutzer auf Facebook anders sind als diejenigen der Instagram-Nutzer. Automatisiert geteilte Beiträge müssen beiden Zielgruppen Rechnung tragen, was den Text, die Anzahl und die Anordnung der Hashtags betrifft. Zu bedenken ist beim paralellen automatisierte Storytelling auch, dass einige Nutzer Ihnen auf beiden Plattformen folgen und entsprechend wenig begeistert reagieren, wenn sie die genau gleichen Beiträge auf beiden Kanälen lesen. Es ist daher empfehlenswert, ein Tool einzusetzen, das ein differenziertes Storytelling durch eine Anpassung der Inhalte erlaubt. Manche dieser Tools ermöglichen auch die zeitsparende Vorausplanung von Beitragen sowohl auf Facebook wie auch auf Instagram.


Werbung für unterschiedliche Ansprüche

Auf Instagram kann ebenso Werbung geschaltet werden wie auf Facebook. Mit einem Businesskonto können Beiträge direkt promotet werden und erhalten so mehr Reichweite. Konkrete Werbeanzeigen für Angebote können jedoch nur über den Facebook-Werbeanzeigenmanager erstellt werden. Hier ist zu beachten, dass die Zielgruppenansprüche auch hier unterschiedlich sind und eine Anzeige, die für Facebook konzipiert wurde, auf Instagram meist nicht funktionieren wird.


Aktiver versus passiver Community-Aufbau

Der Aufbau der Community funktioniert auf Instagram ein wenig anders als auf Facebook. Direkte «Follower-Ads» gibt es nicht; die Nutzer kommen entweder, weil sie wissen, dass Sie ein Instagram-Profil haben oder Sie über Hashtags oder Geo-Pins gefunden haben – oder weil Sie Ihrerseits interessanten Nutzern folgen und diese damit auf sich aufmerksam machen.


Auf beiden Plattformen macht das Leben übrigens mehr Spass, wenn Sie mitspielen – d.h. Kommentare beantworten und auch die Beiträge Anderer anschauen, liken und kommentieren. So werden auch wieder andere Nutzer auf Sie aufmerksam.


Business Accounts

Unternehmen sollten auf beiden Plattformen Business Accounts betreiben, denn nur diese sind «legal» (Facebook) und bieten alle Möglichkeiten für die kommerzielle Nutzung, inklusive Statistiken und Werbeanzeigen.


Und wo sind die Influencer?

Obwohl es auch Pinterest- oder Youtube-Influencer gibt, ist Instagram doch die Plattform, die mit dem ganzen Influencer-Trend einhergeht und wo die meisten Influencer ihre Communities pflegen. Wenn Sie also Influencer Marketing für sich nutzen möchten, ist eine eigene Instagram Präsenz Pflicht. Die meisten Vier- oder Fünf-Stern-Häuser können sich vor Influencern nicht retten, die bei ihnen schlafen und/oder essen möchten und dafür ein paar schöne Fotos mit Hashtags versprechen. Mittelklasse-Hotels ohne besondere Positionierung oder Sexappeal haben dieses «Problem» meist nicht. Falls bei Ihnen jemand anfragen sollte, freuen Sie sich bitte erst einmal – denn hier kann sich Ihnen für den Preis einer Übernachtung und/oder eines Essens eine effektive Marketingchance bieten. Dafür müssen Sie etwas Vorarbeit leisten: Prüfen Sie den «Influencer» auf Herz und Nieren. Wie viele Abonnenten hat er? Was für Abonnenten sind das – sehen sie aus wie wirkliche Menschen und interagieren sie überhaupt mit den Beiträgen des Influencers? Passen seine Beiträge und sein Stil zu Ihrem Betrieb, Angebot, Zielgruppe? Wenn Sie den Eindruck haben, dass alles passt, sollten Sie die gegenseitigen Leistungen schriftlich vereinbaren und beispielsweise darauf achten, dass Sie die Bilder auch selbst weiter nutzen können und dass die richtigen Hashtags eingesetzt werden.


Weiterführende Links:

https://www.blumbryant.ch/blog/wie-viele-hashtags-soll-man-auf-instagram-posten


https://www.blumbryant.ch/blog/influencer-relations-influencer-marketing-was-ist-es-was-bringt-es-wie-funktioniert-es