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  • Gabriele Bryant

Die «Fear of Missing Out» und Ihr Marketing.


In der menschlichen Software ist fest verankert, dass wir immer besorgt sind, keinen Vorteil zu verpassen. In früheren Jahrtausenden menschlicher Existenz half uns diese Angst, zu überleben. Sie sorgte zum Beispiel dafür, dass wir uns den richtigen Gruppen anschlossen und so dabei waren, wenn Wasser und Nahrung verteilt wurden. Heute, da unser grundsätzliches Überleben zumeist gesichert ist, fokussiert sie sich – vor allem in den Social Media – auf den Status.


Und beim Status geht es heute nicht mehr ums Haben, sondern ums Erleben. Wer 20 Autos in der Garage stehen hat, ist in den Social Media weitaus weniger interessant als derjenige, der mit seinem cool-klapprigen VW-Bus die schönsten Destinationen abfährt und jede Menge tolle Erlebnisse sammelt. Samt, Seide und vergoldete Champagnerkelche im Luxushotel sind weniger beneidenswert als einzigartige, individuelle Erlebnisse während des Aufenthalts im Hotel oder in der Destination. Fotoalben im Regal sind weniger wichtig als Selfies auf Facebook und Stories auf Instagram, die den Freunden in Echtzeit zeigen, was man gerade alles erlebt.

Viele Social Media Nutzer plagt denn auch die Sorge, dass ihre Freunde bessere, interessantere Erlebnisse haben als sie selbst. Diese «Fear of Missing Out», kurz FOMO, ist ein mächtiger Faktor, der auch im Storytelling eine grosse Rolle spielt: Wenn Sie es schaffen, Ihr Haus oder Ihre Angebote als einzigartige MUSS-Erlebnisse zu positionieren und online auf den richtigen Kanälen und mit den richtigen Geschichten zu „verkaufen“, wird FOMO ein Faktor sein, der Ihnen in die Hände spielt. Suchen Sie Ihre Einzigartigkeit, heben Sie sie hervor und erzählen Sie nicht nur selbst davon, sondern sorgen Sie dafür, dass über Sie gesprochen wird – mit klug eingesetztem Social Media Storytelling, mit Testimonials und strategischen Influencer Relations Massnahmen.


Übrigens gibt es auch schon einen Gegentrend: „Die Joy of Missing Out“ als der bewusste Verzicht und die Rückkehr zum Unspektakulären, zum Ruhigen und Stillen. Aber auch das Unspektakuläre verkauft sich nicht von alleine, sondern muss mit einer klaren und konsequenten Positionierung und entsprechendem Storytelling verbreitet werden, um im riesigen Meer der Angebote überhaupt aufzufallen. Ein Paradox: Auch als attraktiver Buchungsgrund darf Langeweile nicht langweilig verkauft werden.