Social Media: Email-Marketing passé?

20. Juli 2010

Ben & Jerry’s ist eine der ganz grossen amerikanischen Glace-Marken. Letzte Woche verabschiedete sich das Unternehmen von seinen Newsletter-Abonnenten und lud diese ein, sich auf Facebook oder Twitter mit ihm zu vernetzen. Ben & Jerry’s ist das erste grosse amerikanische Unternehmen, das sich von Email-Marketing verabschiedet, um sich auf andere Online-Kanäle zu konzentrieren – wie Facebook oder Twitter, wo das Unternehmen über 1.3 Millionen Fans und Follower hat.

Einer der Gründe liegt darin, dass Kunden angedeutet hatten, der Emails müde zu sein, obwohl sie weiterhin die Marke liebten. Email-Marketing schien daher nicht die gewünschte positive Kundenbeziehung aufgebaut zu haben. Ausserdem können die Sozialen Medien kosteneffektiver sein – eine solche bestehende und grosse Fanbasis vorausgesetzt – als regelmässig riesige Mengen an Emails zu verschicken. Ein weiterer positiver Effekt könnte auch in einer geringeren Fragmentarisierung der Online-Zielgruppen liegen.

Die Entscheidung wird durchaus kontrovers diskutiert und es bleibt abzuwarten, ob sie sich für Ben & Jerry’s positiv auswirkt und ob andere Unternehmen ähnliche Schritte tun werden.

Jedenfalls zeigt auch diese Geschichte wieder einmal, wie wichtig es im Marketing ist, nicht einfach das zu tun, was alle tun – sondern das, was das eigene Unternehmen weiterbringt. Auch was die Sozialen Medien betrifft. Stellen Sie also keine Facebook-Fanseite ins Netz, legen Sie kein Twitter-Konto an – auch wenn das anscheinend alle tun – bevor Sie wissen, ob und in welcher Weise diese Instrumente für Ihr Unternehmen überhaupt zielführend eingesetzt werden können. Die Sozialen Medien sind weit vielfältiger als Facebook und Twitter und haben die Klaviatur des Marketings um ein bis zwei Oktaven erweitert. Sie müssen nicht jede Note spielen, sondern die für Sie stimmige Melodie. Wir helfen Ihnen beim «Komponieren».

Quellen zu Ben & Jerry’s:
Socialnomics
, Seewhy, Hubspot

{ 1 Kommentar… lesen Sie unten oder schreiben Sie selbst einen }

Gabriele Bryant Juli 21, 2010 um 13:18

Hallo Herr Zorn,

in der Tat, Sie haben recht. Diesen Teil des Textes hatten wir wohl glatt übersehen – oder er ist ein Nachtrag von Erik Qualman? Jedenfalls klärt das ja schon Einiges an dieser so aufsehenerregenden Entscheidung :-)

Hier also noch die Stellungnahme von Sean Greenwood, Ben & Jerry’s USA:

“In general, I think it’s a bit of a misunderstanding. The announcement came from our UK team, who was basically sharing that they planned to reach out to their fans via social media moving forward. I think they wanted to alleviate any fears from fans who previously received a newsletter style email to think that they had somehow fallen off the list. I believe they’re still keeping email as a venue for special events/opportunities as they mentioned they might still reach out via email.

Again, this was a note from our UK team. I believe the rest of the Ben & Jerry’s folks around the globe (including us here at the HQ in Vermont who support the U.S. and the globe) are planning to continue to use: email, social media, text messaging, augmented reality, snail mail, vanilla guerrilla marketing, grassroots Social Mission endeavors, sky writers, deep-sea divers and of course… scoop trucks on the road.”

- Sean Greenwood, Ben & Jerry’s

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